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Handel schafft trotz Umsatzrückgang neue Jobs

Düsseldorf - Der deutsche Einzelhandel hat im Krisenjahr 2009 trotz schrumpfender Umsätze Zehntausende neue Arbeitsplätze geschaffen. Nach Angaben des Handelsverbandes Deutschland (HDE) betrug das Plus zum Stichtag 30. Juni rund 40 000.

«Neue Jobs sind aber auch in der zweiten Jahreshälfte entstanden», sagte der HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Mittwoch in Düsseldorf. Viele Fachmärkte und Supermärkte sowie Mode- und Schuhketten hätten 2009 ihre Mitarbeiterzahl aufgestockt. In diesem Jahr sei in der Branche bei einem stabilen Gesamtumsatz kein Jobabbau zu erwarten, wie eine aktuelle Umfrage unter mehr als 1000 Unternehmern ergeben habe.

Die Unternehmen wollten demnach auch die Ausbildung auf dem bestehenden Niveau halten. Der Einzelhandel ist nach Angaben des Verbandes mit 2,9 Millionen Beschäftigten und 160 000 Lehrlingen einer der größten Arbeitgeber und auch Ausbilder in Deutschland. Unter den rund 40 000 neuen Arbeitsplätzen seien nur 11 000 Minijobs, die nicht sozialversicherungspflichtig seien. Das Gros der neuen Jobs seien rund 23 000 Teilzeitstellen und 6000 Vollzeitarbeitsplätze.

In der Diskussion um einen Mindestlohn im Einzelhandel erklärte Genth, auf Länderebene gebe es bereits von den Tarifparteien ausgehandelte Basisentgelte. Mit der Gewerkschaft verdi werde bereits seit längerem über ein Basisentgelt gesprochen, dass bundesweit für die gesamte Branche gelten solle. Einen gesetzlich festgelegten Mindestlohn lehne der HDE dagegen ab, weil dieser nicht die konkreten Marktbedingungen berücksichtigen könne. Derzeit lägen die untersten regionalen tariflichen Stundensätze bei etwa 7 Euro. Für zwei Drittel der Beschäftigten würden Tarifverträge gelten.

Nach einem Rückgang des Branchenumsatzes 2009 um 1,6 Prozent (preisbereinigt 1,9 Prozent) habe sich die Stimmung aufgehellt. Dabei dürfte Erleichterung über die nicht allzu sehr spürbaren Auswirkungen der Rezession auf den privaten Konsum und über das vermeintliche Ende der Wirtschaftskrise mitschwingen. Die Erwartungen für das erste Halbjahr 2010 hätten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbessert. In der HDE-Umfrage hielten sich Unternehmen mit positiven und negativem Ausblick die Waage. Der Branchenumsatz dürfte sich 2010 auf Vorjahresniveau bewegen, preisbereinigt um 0,5 Prozent sinken.

Der HDE rechnet wie bei seiner Prognose für 2009 auch für 2010 mit bundesweit etwa 5000 Firmenpleiten im Einzelhandel. Dem dürften aber Neugründungen in ähnlicher Größenordnung gegenüberstehen. Der deutsche Einzelhandel umfasse insgesamt etwa 250 000 Betriebe.

dpa-infocom