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TuS Koblenz

Hecker stellt mit der TuS die Weichen für die Zukunft

Koblenz TuS Koblenz hat sich für die kommenden drei Jahre neu aufgestellt. Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde das Präsidium des Fußball-Zweitligisten verschlankt, zudem die Satzung in zahlreichen Punkten geändert und neu verabschiedet. Präsident bleibt Werner Hecker, der die Modernisierung des Vereins maßgeblich vorantreibt.

Es war sein Abend. 20 Tagesordnungspunkte inklusive einer umfangreichen Satzungsänderung in drei Stunden abzuarbeiten und gleichzeitig die nötigen Diskussionen souverän zu moderieren - das gab"s bei TuS Koblenz in der jüngeren Vergangenheit noch nie. Und selten ging es auf den meist erhitzten Mitgliederversammlungen des Vereins derart gesittet zu wie am späten Dienstagabend.

Und doch war Werner Hecker weit davon entfernt, sich im Glanz der Scheinwerfer zu sonnen, als ihn die 268 anwesenden Mitglieder von TuS Koblenz mit einem überwältigenden Ergebnis und lang anhaltendem Beifall für weitere drei Jahre in seinem Amt bestätigten.

Vielmehr treibt der Professor der Fachhochschule Koblenz mit seiner bescheidenen und gleichzeitig zielgerichteten Art seit seinem Amtsantritt im Juni 2009 beim Fußball-Zweitligisten zahlreiche Neuerungen voran. Hecker ist es zu verdanken, dass die verstaubte Satzung grundlegend renoviert und den Erfordernissen eines Profivereins angepasst wurde. Und was nicht minder bedeutend ist: Dem 58-Jährigen ist es gelungen, den Verein im wahrsten Sinne des Wortes zu einen. Dass er in seinem Rechenschaftsbericht hervorhob, "dass bei allen Beteiligten nicht die Pflege von Eitelkeiten, sondern einzig das Wohl der TuS im Vordergrund steht", war alles andere als eine Worthülse - Grabenkämpfe gehören inzwischen der Vergangenheit an. Ungeachtet der kritischen sportlichen Situation der Zweitliga-Elf ist im Klub ein neues Zusammengehörigkeits-Gefühl entstanden; auch die Zusammenarbeit mit der ausgelagerten Profi-GmbH sowie den weiteren Gremien verläuft aus seiner Sicht nahezu ideal.

"Es lohnt sich, auf die Mitglieder zuzugehen und ihnen zuzuhören", umschreibt Hecker sein Erfolgsrezept. Bestens vorbereitet hatte er zuvor die Versammlung geleitet, von der die Mitglieder einiges mit nach Hause nehmen konnten. Die wesentlichen Punkte der Versammlung:

Satzungsänderungen: Die bisherige rechtliche Grundlage war in vielen Punkten schwammig und laut Hecker schlicht "nicht mehr zeitgemäß". Als gravierendste Änderung wurde beschlossen, das Präsidium von bislang fünf auf drei Mitglieder zu reduzieren. Das Führungsgremium wird künftig im Drei- statt bisher im Zweijahres-Rhythmus neu gewählt. Daneben wurde ein Verwaltungsrat ins Leben gerufen, der beratend zur Seite stehen soll. "Wir können dadurch die Entscheidungsbasis verbreitern", sagt Hecker, betont aber auch: "Das oberste Gremium des Vereins bleibt nach wie vor die Mitgliederversammlung." Neu auch: Ein drei- bis siebenköpfiger Ehrenrat wird vom Präsidium berufen und soll sich in erster Linie mit Fragen rund um Mitgliedschaften befassen.

Angesichts der Aufklärungsarbeit im Vorfeld sowie der verständlichen Erklärungen war letztlich auch die hohe Hürde der Dreiviertel-Mehrheit kein Problem. Die neue Satzung wurde bei lediglich drei Gegenstimmen und vier Enthaltungen verabschiedet. "Wir haben nun eine neue Rechtsgrundlage", freut sich Hecker und ergänzt mit Blick auf die Mitglieder: "Es ist ihre Satzung."

Wahlen: Neben Hecker, der einstimmig als Präsident wiedergewählt wurde, gehört auch Joachim Benner als Vorstand Sport und Jugend weiter dem Präsidium an. Benner wurde bei sieben Enthaltungen einstimmig gewählt. Neu in der Führungsriege als Vorstand Finanzen ist Dirk Feldhausen. Der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer folgt auf Rolf Schmitz, der aus privaten und beruflichen Gründen nicht mehr kandidiert hatte. In den vierköpfigen Verwaltungsrat wurden von den Mitgliedern Ulrich Schulte-Wissermann, Mario Blinn, Norbert Weise und Konrad Kreuzberg gewählt. Das Präsidium kann darüber hinaus bis zu drei weitere Mitglieder berufen.

Finanzen: Die Finanzlage der TuS bleibt angespannt, hat sich aber erheblich verbessert. Unter Hecker wurden im vergangenen Jahr bereits massiv Altlasten seiner Vorgänger abgebaut. Am meisten Sorge bereitete zuletzt eine Forderung der Sozialversicherungsträger in Höhe von rund 600 000 Euro. "Wir haben aber in Verhandlungen eine Regelung gefunden, die unser Überleben sichert", sagt Hecker. Aktuelle Verbindlichkeiten plagen den Verein derzeit nicht, der einzig bei der ausgegliederten Profiabteilung TuS Koblenz GmbH ordentlich in der Kreide steht. Hecker: "Uns geht es derzeit finanziell so gut wie selten. Aber ohne die hervorragende Zusammenarbeit mit der GmbH würde die TuS jetzt nicht da stehen, wo sie steht."

Auch die Finanzlage des Zweitliga-Teams wurde erörtert, wobei auch hier offenbar das Schlimmste überwunden ist. "In den vergangenen ein, zwei Jahren wurde der Hebel umgelegt", bescheinigt Wirtschaftsprüfer Klaus Schmidt der Geschäftsführung einen "positiven Ausblick" auf das Jahr 2010/2011 - wenn denn der Klassenverbleib in der Zweiten Bundesliga gelingt. Während der Rückgang an Zuschauern und TV-Geldern sowie die Kosten des Trainerwechsels den Etat belasten, haben sich das Erreichen des Achtelfinales im DFB-Pokal sowie die Einnahmen des neuen Trikotpartners positiv bemerkbar gemacht.

Einziges (kleines) Manko: Die per Beamer auf eine Leinwand projizierten Zahlenkolonnen waren schwer lesbar und konnten nur von den wenigsten Mitgliedern im Detail nachverfolgt werden - aber auch hier gelobt das neue Präsidium Besserung.

Ausblick: Auch wenn es Hecker am Ende der Versammlung nicht offen aussprach: Um den Aufschwung des Vereins nachhaltig fortzusetzen, ist der Klassenverbleib in der Zweiten Liga fundamental wichtig. "Ich bin aber nach wie vor fest davon überzeugt, dass wir das schaffen", stärkt der Präsident den Profis und Trainer Petrik Sander den Rücken. Obwohl das Team bekanntlich noch auf einem Abstiegsplatz rangiert, wurde der Coach nach einem kurzen Wortbeitrag mit lang anhaltendem Beifall bedacht. Eine Randnotiz, die zeigt: Bei der TuS rückt man wieder zusammen. (Sven Sabock)

RZO


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