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Mahner Brand: Mehr Demut und Bescheidenheit

Stuttgart (dpa) - Heiner Brand wird des Mahnens nicht müde. Fast schon gebetsmühlenartig predigt der Handball-Bundestrainer, was zuletzt bei der mit Platz zehn enttäuschenden EM ganz offensichtlich wurde - der Weltmeister von einst ist keine Top-Nation mehr.

«Wir sind nicht mehr der Weltmeister von 2007, sondern die Mannschaft von 2010», sagte der 57-Jährige nach den beiden Test-Länderspielen gegen die Schweiz, die mit einem Remis (26:26) und einem Sieg (34:26) viel Schatten, aber auch Licht zeigten. Weltklasse - das sind andere. Deutschland gehört nicht mehr dazu. Doch die Ansprüche von einst sind geblieben. Zumindest von außen.

Aber Brand wäre nicht Brand, würde er nicht ständig Sinn für die Realität fordern. «Wir müssen mehr Demut und Bescheidenheit an den Tag legen», meinte der Weltmeister von 1978. Kein Sieg fällt der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) mehr in den Schoß. Alles muss hart erarbeitet werden, auch gegen vermeintlich kleine Gegner. «Von der Klasse der Franzosen, Kroaten oder Spanier sind wir weit entfernt», bekannte Brand nicht zum ersten Mal. Aber: «Da wollen wir wieder hin.» Und er will seinen Teil dazu beitragen. «Mein Job ist nach wie vor reizvoll. Ich will die Spieler auch im Training an neue Aufgaben heranführen, um ihren Leistungsstand zu verbessern», meinte Brand, der noch einen Vertrag bis 2013 hat.

Auf der konsequenten Suche nach Alternativen ließ Brand gegen die Schweizer acht EM-Akteure zu Hause. Einige von ihnen, wie der bei der EM in die Kritik geratene Kapitän Michael Kraus, fehlten verletzungsbedingt. Brand gab unter anderem dem im ersten Spiel starken Kreisläufer Jacob Heinl, Junioren-Weltmeister Patrick Groetzki, Steffen Weinhold und Mathias Flohr sowie dem kurz vor der EM ausgebooteten Weltmeister Dominik Klein erneut ein Chance. Ob einer von ihnen in seinen Fokus gerückt ist, offenbarte Brand nicht. «Die, die jetzt fehlen, gehören weiter dazu. Jeder muss sich über Leistung anbieten und dann werden wir sehen, wen ich nominiere.»

Doch die Vorbereitung auf die WM-Qualifikationsspiele ist alles andere als optimal. Brand hat lediglich beim top-besetzten Bring-Cup vom 15. bis 17. April in Norwegen gegen den Gastgeber, Dänemark und Schweden die Chance, seine beste Formation zu finden und eventuell noch mal Spieler zu testen. Zudem geht die kräfteraubende Bundesliga- Saison erst am 5. Juni zu Ende, schon eine Woche später steigt das Hinspiel gegen Griechenland. «Das wird kein Selbstläufer, sondern eine große Herausforderung», sagte Brand. Wichtig sei die Rückkehr der bei der EM fehlenden Stammkräfte Pascal Hens und Sebastian Preiß. «Wir sind froh, dass sie wieder dabei sind», erklärte Brand.

Auch Hens, der nach über einem Jahr Pause wieder im DHB-Dress auflief, weiß angesichts der eigenen mannschaftlichen Defizite («Wir müssen noch viel an uns arbeiten») um die Schwere der Aufgabe. «Wir können es uns nicht leisten, irgendeinen Gegner zu unterschätzen. Die Griechen haben gute Spieler, die in der Bundesliga spielen und brandgefährlich sind. Das wird nicht einfach», warnte der Routinier. «Wir haben bis dahin noch viel Arbeit vor uns.» Von Sandra Degenhardt, dpa

dpa-infocom


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