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Leserbrief

Chronik des Entführungsfalls Hintze

Potsdam (AP) - Die Entführung des 20jährigen Brandenburgers Matthias Hintze ist äußerst mysteriös. Immer noch ist unklar, ob es sich bei dem Kidnapping um eine geplantes Verbrechen handelt oder das Opfer zufällig ausgesucht und entführt worden ist. Hier eine Chronik des Falles:

14. September:

Der 20jährige aus Geltow bei Potsdam verschwindet spurlos. Gegen 21.00 Uhr geht er von der Gaststätte seiner Eltern nach Hause. Die kurz darauf heimkehrende Mutter findet das Haus erleuchtet mit offener Tür vor. Ihr Sohn ist nach Erkenntnissen der Polizei im Mercedes der Familie verschleppt worden. Er wird zuletzt gesehen, als nach einem Autounfall in Glindow die Kofferraumklappe des Autos aufspringt. Matthias ruft um Hilfe und versucht vergeblich, sich zu befreien. Die Täter zwingen ihn zurück in den Kofferraum und rasen davon. Auch der in den Unfall verwickelte BMW fährt weg.

15. September:

Die Polizei sucht erfolglos nach den beiden Unfallautos.

16. September:

Der BMW wird ausgebrannt in der Nähe von Potsdam entdeckt. Die Polizei leitet eine bundesweite Fahndung nach einem verdächtigen Rumänien ein. Die Spur erweist sich später als falsch.

17. Spetember:

Der Mercedes der Hintzes wird am Morgen in einem Berliner Waldstück entdeckt. Die Polizei dehnt ihre Fahndung nach dem Rumänen auf weite Teile Europas aus.

18. September:

Die Eltern erhalten erstmals einen Brief von den Entführern, der eine Lösegeldforderung enthält.

22. Spetember:

Mutter und Vater Hintze richten ihren ersten Gnadenappell an die Kidnapper: "Lassen Sie unseren Sohn am Leben".

23. September:

Die Mutter des Entführten fordert im Fernsehsender Sat1 die Täter auf, ihren Sohn zu verschonen.

26. September:

Die Polizei veröffentlicht ein Foto, das Matthias mit einem handtellergroßen blauen Auge gefangen in einem Erdschacht zeigt. "Sein Leben ist in äußerster Gefahr, wenn wir ihn nicht finden", erklären die Ermittler. Die Fahndung nach dem Rumänen wird abgeblasen, weil sich der Verdächtige zur Tatzeit in seiner Heimat aufgehalten habe. Erstmals berichtet die Polizei über bereits gescheiterte Lösegeldübergaben.

28. September:

Die Polizei informiert die Öffentlichkeit über eine weitere mißlungene Geldübergabe vom Vortag. Angaben, es sei schon der fünfte Versuch gewesen, werden später korrigiert.

1. Oktober:

Die Boulevardzeitungen "B.Z." und "Bild" veröffentlichen Briefe, die ihnen die Erpresser zugesandt haben. Die Polizei bewertet die Schreiben als "offenbar authentisch". Darin drohen die Täter erneut mit dem Tod ihres Opfers. Ein echtes Lebenszeichen von Matthias fehlt aber weiterhin.

3. Oktober:

Es wird bekannt, das am Vortag zum vierten Mal eine Lösegeldübergabe gescheitert ist. Die Eltern nennen nach Angaben der Polizei Verständigungsschwierigkeiten mit den vermutlich russischsprechenden Kidnappern als Grund.

7. Oktober:

Den Ermittlern glückt erstmals ein Fahndungserfolg. Zwei verdächtige Russen werden festgenommen. Privatpersonen loben 100.000 Mark Belohnung für Hinweise zur Rettung von Matthias aus.

8. Oktober:

Matthias Hintze wird tot aufgefunden.

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Letzte Änderung: 10.10.1997 00:02 von aj