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Lagunenstadt Sète: Fluchtort für Dichter und Piraten

Sète Was mit einem Ankerplatz für königliche Galeeren begann, ist heute einer der malerischsten Fischerorte der südfranzösischen Region Languedoc: Sète, die Halbinsel zwischen Meer, Lagunen und Sandstrand. Sie gefiel schon den Dichtern - und Piraten.

«Ich lebte im Wasser» schrieb einst der französische Dichter Paul Valéry in einem seiner Gedichte über Sète. Ein Blick vom Mont St. Clair genügt, um die Bedeutung seiner Worte vollständig zu erfassen: Sète ist umringt vom Meer und dem «Étang de Thau», einem Binnenmeer, das nur durch einen schmalen Sandstreifen vom Mittelmeer getrennt ist.

Als Ludwig XIV. im Jahr 1666 Sète zum Hafen und Ankerplatz für seine Galeeren erklärte, konnte der Sonnenkönig nicht ahnen, dass er den Grundstein zu einem Klein-Venedig des Languedoc legen würde. Der Ort am Mittelmeer, der zu königlichen Zeiten «Sette» geschrieben wurde, hat weniger Brücken als die italienische Lagunenstadt, aber keine Stadt in Südfrankreich ist von so vielen Wasseradern durchzogen und hat so viel italienisches Altstadtflair wie Sète.

Schon der französische Chansonnier und berühmte Sohn der Stadt, Georges Brassens, besang den zwölf Kilometer langen Strand. Es gibt eine Felsenbucht, die das Meer überragt, und Fischkutter, die mit Schwärmen von Möwen im Schlepptau in den Hafen einfahren. Dieses Schauspiel ist nirgendwo besser zu sehen als vom Mont St. Clair aus, mit 183 Metern der höchste Punkt von Sète. In grauer Vorzeit flüchteten sich Piraten auf den Stadthügel. Bis heute ist er nicht nur wegen seines Blicks über die gesamte Küste des Languedoc und die Pyrenäen sehenswert.

Hier liegt einer der bekanntesten Friedhöfe Frankreichs neben dem Pariser Père Lachaise, der cimetière marin. Dank seines Blicks auf das unendliche Blau ist er in die Weltliteratur eingegangen. «Das Meer, das Meer, ein immer neues Schenken! O, die Belohnung nach dem langen Denken. Ein langes Hinschaun auf der Götter Ruhn!», schrieb Valèry in seinem Gedicht «Friedhof am Meer», das Rainer Maria Rilke ins Deutsche übertragen hat.

Im Herzen der rund 42 000 Einwohner zählenden Stadt liegen der Hafen und der Canal Royal, der Königskanal. Ab 3.00 Uhr morgens herrscht dort reges Treiben, Sète ist der wichtigste Fischereihafen an der französischen Mittelmeerküste: Zwischen dem Fischauktionshaus Criée aux poissons nahe der 650 Meter langen Mole Saint-Louis und der Brücke pont de la savonnerie werden täglich Sardinen, Makrelen und Thunfisch verkauft.

In «La Pointe Courte» , dem Stadtviertel der Lagunenfischer, scheint die Zeit stillzustehen: bescheidene Häuser stehen eng nebeneinander, Fischernetze hängen wie graue Schleier über den getrockneten Weidenstämmen. Viele Sèter Fischer stammen aus Italien, vor allem aus Cetara, einem kleinen Fischerdorf in der Nähe von Neapel. Ihre Tradition und Brauchtum haben sie bis heute behalten. Berühmt sind die Schifferstechen, Wettkämpfe zwischen zwei Bootsmannschaften.

Die bunten und sportlichen Bootskämpfe finden zu den Klängen von Oboen und Trommeln an den Ufern des königlichen Kanals statt. Dort reihen sich auch die Restaurants aneinander, die die Spezialitäten der Sèter Küche anbieten: von den berühmten Bouzigues-Austern bis hin zu Fischgerichten wie Bourride de baudroie, Seeteufel mit kräftiger Knoblauchmayonnaise, und Rouille de seiche, flambierter Tintenfisch mit Tomatensoße.

Seite des Verkehrsbüros Von Sabine Glaubitz, dpa

dpa-infocom