"Apollo-13" startet auf der Leinwand

Bremen (dpa) - "Die Zeit wird kommen, in der die Menschheit nicht nur erneut auf den Mond fliegen, sondern das gesamte Sonnensystem erforschen und noch weiter ins All vorstoßen wird."

Edgar D. Mitchell, der vor 25 Jahren die Mondlandefähre der Apollo 14-Mission steuerte, ist der Beinahe-Katastrophe der Vorgängermission um Haaresbreite entgangen:. Ursprünglich war er als Pilot der Unglücksfähre vorgesehen. Am Mittwoch war der 65jährige Ehrengast bei der Deutschlandpremiere des Films "Apollo 13". "Houston, we have a problem" hieß der berühmte Satz, mit dem der Wettlauf mit der Zeit begann. An Bord von Apollo 13 war ein Sauerstofftank explodiert.

Eigentlich ist es ein Wunder, daß Hollywood die Story erst zweieinhalb Jahrzehnte später verarbeitet hat. Der Apollo 13-Flug ist als Unglücksmission in die Geschichte der Weltraumfahrt eingegangen. Am 11. April 1970 um 13:13 startete die Saturn V.; zwei Tage später explodierten die Sauerstofftanks. In einer an Dramatik kaum zu überbietenden Rettungsaktion wurden alle drei Astronauten in ihrer Mondlandekapsel lebend zur Erde zurückgebracht.

Als die Nachfolgemission dann neun Monate später startete, standen Ed Mitchell und seine Kameraden unter ungeheurem Druck. "Wenn auch Apollo 14 nicht erfolgreich gewesen wäre, hätte die NASA das gesamte bemannte Programm eingestellt", erinnert er sich.

Mitchells Begeisterung für die bemannte Raumfahrt ist auch 25 Jahre nach seinem 33stündigen Aufenthalt auf dem Mond ungebrochen. Der menschliche Geist strebe nach der Erforschung des Unbekannten, deshalb werde auch die bemannte Raumfahrt weitergehen, meint er. Wer einmal die Erde aus dem All betrachtet habe, der bekomme ein besonderes Gefühl für die sensible Lage unseres Planeten. "Der Blick aus dem All auf unsere Erde hat den tiefsten Eindruck auf mich hinterlassen."

Ob Raumflug und Mondspaziergang allerdings das größte Erlebnis seines Lebens gewesen seien, weiß er nicht: "Luzy aus der Comicserie 'Peanuts' sagt, daß das Leben aus hohen Höhen und Tiefen besteht. Ich frage mich, ob mein höchster Höhepunkt schon da gewesen ist."

Lothar Steckel, dpa. Fotos: Universal Pictures (Filmcrew), NASA (Originalcrew), dpa (Ed Mitchell)


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